War Briefing: Iran-Krise spitzt sich zu

Die Spannungen zwischen Washington und Teheran haben in den letzten Tagen einen neuen Höhepunkt erreicht, nachdem US-Medien berichteten, dass das amerikanische Militär »ab Samstag« im Iran angriffsbereit sein soll, obwohl Präsident Donald Trump noch keine endgültige Entscheidung über einen Angriff getroffen habe. Die USA haben in den vergangenen Wochen ihre Militärpräsenz im Nahen Osten massiv verstärkt, darunter die Entsendung der »USS Gerald R. Ford«, des größten Flugzeugträgers der Welt, von der Karibik in Richtung Golfregion.

Parallel wurden über 50 Kampfflugzeuge, darunter F-22-, F-35- und F-16-Einheiten, in den Nahen Osten verlegt. Diese Verstärkung stellt eine der größten Luftstreitmacht-Ansammlungen der USA im Nahen Osten seit dem Irak-Krieg dar. Mehrere US-Aufklärungsflugzeuge, darunter maritime Patrouillen- und Drohnenmodelle, fliegen regelmäßig über der Straße von Hormus, um iranische Militärübungen zu beobachten.

Trotz der starken Militärpräsenz hat Präsident Trump nach Angaben internationaler Medien bislang keinen endgültigen Angriffsbefehl erteilt; das US-Pentagon hält jedoch seine Kräfte in höchster Alarmbereitschaft und zieht in Erwägung, im Falle des Scheiterns der Atomverhandlungen zu reagieren. Die diplomatischen Gespräche über das iranische Atomprogramm laufen derzeit indirekt in Genf, zeigen aber bislang nur begrenzte Fortschritte.

Aufseiten Irans wächst die Ablehnung: Teheran hat in Reaktion auf die Eskalation eine Reihe von Militärübungen durchgeführt und demonstriert seine Fähigkeit, mit Schiffen und Flugkörpern im Persischen Golf zu operieren. Laut internationaler Berichte hat die iranische Führung sogar die strategisch wichtige Straße von Hormus – einen Knotenpunkt für etwa 20 Prozent des weltweiten Ölhandels – vorübergehend gesperrt, was zu globalen Ölpreisschwankungen geführt hat.

Während Trump seine Bereitschaft zum Einsatz militärischer Gewalt betont, warnen Experten und internationale Partner vor den Risiken einer direkten Konfrontation, einschließlich einer möglichen Schließung der Seewege und Vergeltungsmaßnahmen gegen US-Stützpunkte. Gleichzeitig verschärft sich die innenpolitische Lage im Iran durch anhaltende Proteste und wirtschaftliche Belastungen, die das Regime zusätzlich unter Druck setzen.

Kurz gesagt: Die USA verlegen derzeit erhebliche Luft- und Seestreitkräfte in den Nahen Osten, sie behalten Angriffsoptionen gegen iranische Ziele offen und führen zugleich weiterhin diplomatische Gespräche, während der Iran auf seine militärische Verteidigungsbereitschaft und strategische Positionen setzt. Eine unmittelbare militärische Eskalation ist möglich, aber noch nicht offiziell eingeleitet worden.

Hintergrund: Was bisher geschah

Der aktuelle Spannungsbogen ist direkte Folge des sogenannten »12-Tage-Krieges« im Juni 2025, als Israel ab dem 13. Juni iranische Nuklearanlagen, Militärkommandos und IRGC-Führungspersonal angriff – und die USA am 22. Juni mit der »Operation Midnight Hammer« drei Nuklearstandorte (Fordow, Natanz, Isfahan) mit B-2-Bombern und Bunkerbrecher-Munition verwüsteten. Iran schoss daraufhin Raketen auf den US-Stützpunkt Al-Udeid in Katar. Ein US-Iran-Waffenstillstand wurde am 24. Juni 2026 vermittelt.

Ab dem 28. Dezember 2025 explodierte Irans innenpolitische Krise: Wirtschaftsproteste (Währungsverfall, Hyperinflation) weiteten sich zu einem landesweiten Aufstand in allen 31 Provinzen aus. Das Regime reagierte mit einem gewaltsamen Crackdown, Internetabschaltung und Massenverhaftungen. Menschenrechtsorganisationen berichten von bis zu 30.000 Todesopfern und Zehntausenden Verhafteten. Trump rief die Iraner zur weiteren Rebellion auf: »Help is on its way.«

US-Streitkräfte (Aufmarsch seit Januar 2026)

Der Flugzeugträger USS Abraham Lincoln (CVN-72) mit ihrer Carrier Strike Group – darunter gelenkte Raketenzerstörer und F-35C sowie F/A-18E Super Hornets – wurde am 26. Januar 2026 in die Region verlegt und befindet sich im Arabischen Meer. Am 13. Februar 2026 wurde die USS Gerald R. Ford ebenfalls in Richtung Naher Osten entsandt; mehrere Offiziere berichten, sie bereiten sich auf »wochenlange Operationen gegen Iran« vor.

Weitere US-Kräfte im Überblick:

Die Marine verfügt nun über 12 Überwasserkampfschiffe im Einsatzgebiet, darunter die Abraham Lincoln CSG mit drei Arleigh-Burke-Zerstörern, drei unabhängig operierenden Arleigh-Burke-Schiffen im CENTCOM-Raum und zwei im Mittelmeer sowie drei Littoral Combat Ships im Persischen Golf. Hinzu kommen Angriffs-U-Boote und möglicherweise Tomahawk-tragende SSGN-Boote.

Am 17. Februar 2026 trafen 6 F-22 Raptors in RAF Lakenheath ein, weitere 6 sollen von der Langley Air Force Base nachfolgen. Mindestens 36 F-16 sind ebenfalls auf dem Weg in Richtung Naher Osten – je 12 aus Aviano (Italien), Spangdahlem (Deutschland) und South Carolina.

Auf der Muwaffaq Salti Air Base in Jordanien sind F-15E, A-10, ISR-Drohnen sowie THAAD- und Patriot-Systeme positioniert. Die Gesamtzahl der US-Soldaten in der Region liegt laut aktuellen Berichten bei rund 40.000 bis 50.000.

Iranische Streitkräfte

Irans Militär umfasst rund 610.000 reguläre Truppen und 200.000 IRGC-Paramilitärs (Islamische Revolutionsgarde).

Wichtige aktuelle Entwicklungen:

Am 16. Februar 2026 führten die Islamischen Revolutionsgarden (IRGC) Marinemanöver in der Straße von Hormus durch. Am 3. Februar versuchten sechs IRGC-Schnellboote, einen US-Tanker zu kapern – der Tanker ignorierte die Befehle und setzte unter Eskorte der USS McFaul seine Route fort.

Satellitenbilder belegen, dass der Iran die Raketeninfrastruktur beschleunigt repariert, die Nuklearanlagen hingegen nur begrenzt instand gesetzt hat. Der unterirdische Eingang des Isfahan-Nuklearstandorts wurde zugemauert. Zudem soll ein chinesisches YLC-8B Anti-Stealth-Radarsystem in Iran stationiert worden sein.

Der iranische Außenminister Abbas Araghchi erklärte: der Iran sei bereit für Verhandlungen – aber »auch bereit für Krieg – und noch bereiter als im Juni letzten Jahres.« Revolutionsführer Ali Khamenei warnte, ein Flugzeugträger sei gefährlich, aber noch gefährlicher sei die Waffe, die ihn versenken könne.

Israel

Der IDF-Generalstabschef Eyal Zamir schätzte, dass ein Krieg in zwei Wochen oder innerhalb von zwei Monaten beginnen könnte. Israel drängt darauf, dass kein Deal akzeptiert wird, der dem Iran die Urananreicherung erlaubt oder sein Raketenarsenal erhält. Netanyahu war am 11. Februar zu einem dreistündigen Treffen bei Trump im Weißen Haus.

Iranische Proxys

Hamas (Gaza), Hisbollah (Libanon) und Huthis (Jemen) wurden durch die Kämpfe seit 2023/24 erheblich geschwächt und stellen ihre Bereitschaft zur Unterstützung Irans in Frage. Hisbollah-Chef Naim Qassem signalisiert dennoch Kampfbereitschaft. Die Taliban erklärten, sie würden mit Iran kooperieren, sollte die USA angreifen.

Analystenstimmen zur Konfliktwahrscheinlichkeit

Der Gulf International Forum stuft einen neuen Krieg als von ursprünglich »abstrakt hypothetisch« zu jetzt »als ernsthafte Möglichkeit« ein, da der Iran nach seiner Niederlage im 12-Tage-Krieg 2025 scheinbar die falschen Schlüsse gezogen habe: Teheran revitalisiere Proxy-Netzwerke, widerstehe diplomatischem Engagement und rekrutiere offenbar Geheimdienstressourcen in Ländern, die aktiv einen US-Iran-Krieg verhindern wollen.

Die International Crisis Group warnt: Fast eine halbe Tonne nahezu waffenfähigen Urans ist nach dem Juni-2025-Krieg ungeklärt und könnte in unberechenbare Hände geraten.

US-Analyst Kramp betont, dass die aktuelle Truppenaufstellung mit 8 Luftwaffenstützpunkten und den Trägerkampfgruppen rund 800 Flugeinsätze pro Tag ermöglichen würde – eine Konfiguration, die »größere Tiefe und Kontinuität als beim Midnight Hammer« biete.

Chatham House sieht bedeutende Risiken eines US-Angriffs: Sollte das Regime existenziell bedroht werden, werde Iran wahrscheinlich alle Kapazitäten einsetzen – einschließlich Angriffen auf Ölanlagen und einer Blockade der Seehandelswege.

Wahrscheinlichste Szenarien für die nächsten Wochen

Szenario 1 – Diplomatischer Durchbruch (30–40 %): Die Verhandlungen in der Schweiz (17. Feb.) und in Oman führen zu einem Rahmenabkommen über das Nuklearprogramm. Trump hebt den Militärdruck graduell auf. Iran akzeptiert IAEA-Kontrollen und stoppt Anreicherung oberhalb ziviler Niveaus. Interne Krise Irans schwelt weiter, aber ohne externe Eskalation.

Szenario 2 – Anhaltende Spannung / Frozen Conflict (35–40 %): Verhandlungen laufen, aber ohne Durchbruch. Militärischer Aufmarsch bleibt bestehen, dient als Druckmittel. Sporadische Zwischenfälle (IRGC, Drohnen, Proxy-Angriffe) ohne offene Kriegshandlungen. Proteste in Iran werden weiter niedergeschlagen, die USA reagieren mit Sanktionen, aber nicht mit Militär.

Szenario 3 – Begrenzte US-(Israel)-Angriffe (20–25 %): Verhandlungen scheitern; Trump ordnet begrenzte Schläge auf Raketeninfrastruktur oder neu aufgebaute Nuklearkapazitäten an. Ähnlich dem »Midnight Hammer«, aber möglicherweise in größerem Umfang. Iran schlägt auf US-Basen und Israel zurück. Kein Bodeneinsatz, aber tagelange/wochenlange Luftkampagne.

Szenario 4 – Totaler Krieg / Regimewechsel (5–10 %): Eskalationsspirale: IRGC trifft Flugzeugträger oder tötet US-Soldaten → massive US-Reaktion → Iran blockiert Straße von Hormus, greift Golf-Ölinfrastruktur an → regionaler Flächenbrand mit massiven wirtschaftlichen Folgen (Ölpreisschock, Schifffahrtskrise).

Fazit: Die militärische Infrastruktur für einen schweren Angriff ist de facto aufgebaut. Die Schlüsselfrage der nächsten 2–4 Wochen ist, ob die Genfer »Leitprinzipien« vom 17. Februar in einen tragfähigen Deal münden – oder ob die Deployment-Uhr abläuft, bevor eine diplomatische Lösung steht.

© ÆON-Z e.V. Thinktank. Hinweis: Bei der Recherche und Analyse dieses Beitrags wurde unterstützend Künstliche Intelligenz eingesetzt. Die redaktionelle Verantwortung für den Inhalt liegt bei der Redaktion. Alle Rechte vorbehalten, all rights reserved. Nachdruck und Weitergabe an Dritte untersagt.

Diese Seite kann nicht kopiert werden!