{"id":986,"date":"2025-04-04T20:26:13","date_gmt":"2025-04-04T18:26:13","guid":{"rendered":"https:\/\/aeon-z.org\/?p=986"},"modified":"2025-07-17T20:29:00","modified_gmt":"2025-07-17T18:29:00","slug":"demografie-geburtenimplosion-statt-uebervoelkerung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/aeon-z.org\/?p=986","title":{"rendered":"Demografie: Geburtenimplosion statt \u00dcberv\u00f6lkerung?"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Noch w\u00e4hrend der 1970er Jahre bereiteten sich Zukunftsforscher, Wissenschaftler und politische Entscheidungstr\u00e4ger auf die 15-Milliarden-Gesellschaft vor. Denn nach damaligen Berechnungen sollten sp\u00e4testens um die Jahrtausendwende mindestens 15 Milliarden Menschen auf der Erde hausen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Inzwischen verzeichnen jedoch \u2013 bis auf islamisch dominierte und afrikanische Staaten \u2013 weite Teile der Welt oft dramatische Geburtenr\u00fcckg\u00e4nge. So bezeichnete das Statistische Bundesamt (Destatis) in einer <a href=\"https:\/\/www.destatis.de\/DE\/Presse\/Pressemitteilungen\/2025\/07\/PD25_259_12.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Pressemeldung<\/a> vom 17.07.2025 die Geburtenziffer der Frauen mit deutscher Staatsangeh\u00f6rigkeit als so niedrig wie zuletzt vor rund 30 Jahren. Damals, im Jahr 1996, wurde eine Geburtenziffer von 1,22 Kinder je Frau gemessen. Im Jahr 2024 lag die Geburtenziffer je deutscher Frau, oft als Geburtenrate bezeichnet, bei 1,23 Kinder. Die zusammengefasste Geburtenziffer der ausl\u00e4ndischen Staatsb\u00fcrgerinnen in Deutschland betrug 1,84 Kinder im Jahr 2024 und war damit zwei Prozent niedriger als im Vorjahr. Des Weiteren hie\u00df es in der Meldung: \u00bb<em>Die sogenannte endg\u00fcltige Kinderzahl l\u00e4sst sich aktuell f\u00fcr Frauen bis zum Geburtsjahrgang 1975 ermitteln. So brachten die im Jahr 1975 geborenen Frauen, die 2024 mit 49 Jahren das Ende des geb\u00e4rf\u00e4higen Alters nach statistischer Definition erreicht haben, durchschnittlich 1,58 Kinder zur Welt. Die endg\u00fcltige Kinderzahl war zuvor bei den Frauen der 1960er Jahrg\u00e4nge kontinuierlich gesunken und hatte beim Jahrgang 1968 mit 1,49 Kindern je Frau ihr historisches Minimum erreicht. Die in den 1970er Jahren geborenen Frauen bringen durchschnittlich mehr Kinder zur Welt<\/em>.\u00ab<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">In einem k\u00fcrzlich ver\u00f6ffentlichten 22-seitigen Bericht weist die \u00bbSonderbeauftragte f\u00fcr demografischen Wandel und Sicherheit\u00ab der Parlamentarischen Versammlung der OSZE, die \u00d6sterreicherin Gudrun Kugler, auf die tiefgreifenden Auswirkungen dieses demografischen Wandels hin. Die Sicherheit und Stabilit\u00e4t in der gesamten OSZE-Region seien davon betroffen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Der Bericht mit dem Titel \u00bb<\/span><a href=\"https:\/\/www.oscepa.org\/en\/news-a-media\/press-releases\/2025\/new-osce-pa-report-released-on-demographic-change-a-mega-trend-reshaping-society\">Demographic Change in the OSCE Region: Analysis, Impact and Possible Solutions of a Mega Trend Reshaping Society<\/a><span style=\"color: #000000;\">\u00ab (dt.: \u00bbDemografischer Wandel in der OSZE-Region: Analyse, Auswirkungen und m\u00f6gliche L\u00f6sungen eines Megatrends zur Umgestaltung der Gesellschaft\u00ab) fordert dringende politische Ma\u00dfnahmen, um den sinkenden Geburtenraten, der alternden Bev\u00f6lkerung und ihren weitreichenden Folgen entgegenzuwirken.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">\u00bb<em>Der demografische Wandel wird unsere Gesellschaften grundlegend ver\u00e4ndern, doch wir sind nicht ausreichend vorbereitet<\/em>\u00ab, sagte Kugler bei der Vorstellung ihres Berichts. \u00bb<em>Sinkende Geburtenraten und eine alternde Bev\u00f6lkerung setzen unsere Wirtschafts- und Sozialsysteme enorm unter Druck. In \u00d6sterreich beispielsweise werden bis 2042 auf jeden Rentner nur noch zwei Personen im erwerbsf\u00e4higen Alter kommen, was die Rentensysteme und den Arbeitsmarkt erheblich belastet.<\/em>\u00ab<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Vladimir Gjorchev, Nationaler Koordinator f\u00fcr Demografie, Jugend und Humanressourcen in Nordmazedonien, schloss sich dem an und sagte: \u00bb<em>Alle reden \u00fcber Humanressourcen, aber ohne Menschen gibt es keine Humanressourcen. Seit 2019 leben zwei Drittel der Weltbev\u00f6lkerung in L\u00e4ndern mit einer Geburtenrate unter 2,1. Das bedeutet, dass viele L\u00e4nder mit einem starken Bev\u00f6lkerungsr\u00fcckgang und einer starken Entv\u00f6lkerung konfrontiert sind<\/em>.\u00ab Und der Demograf Nicholas Gailey, Forscher am Wittgenstein-Zentrum f\u00fcr Demografie und globales Humankapital, erkl\u00e4rte: \u00bb<em>Unerf\u00fcllte Kinderw\u00fcnsche sind mittlerweile in der gesamten OSZE-Region weit verbreitet. Dies er\u00f6ffnet deutlichen Handlungsspielraum f\u00fcr politische Ma\u00dfnahmen zur Unterst\u00fctzung von Familien. Dies sollte Teil einer umfassenderen Reaktion auf den demografischen Wandel sein, die eine Reflexion dar\u00fcber erfordert, was f\u00fcr den Aufbau eines widerstandsf\u00e4higen und wohlhabenden Landes wichtig ist \u2013 einschlie\u00dflich der Gesundheit, der Qualifikationen und des Wohlbefindens der Bev\u00f6lkerung.<\/em>\u00ab<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Als Sondergesandte der Parlamentarischen Versammlung der OSZE arbeitet Kugler aktiv an der Suche nach L\u00f6sungen f\u00fcr diese dr\u00e4ngenden Herausforderungen. Ihr Bericht wirft kritische Fragen auf, etwa, welche Anreize f\u00fcr familienfreundliche Gesellschaften erforderlich sind, warum Migration und Digitalisierung allein keine ausreichenden Antworten auf den Bev\u00f6lkerungsr\u00fcckgang sind, welche Sicherheitsherausforderungen auf uns zukommen und wie ungewollte Kinderlosigkeit reduziert werden kann. \u00bb<em>Die Schl\u00fcsselfrage ist nicht nur, warum die Menschen so wenige Kinder haben, sondern, warum so wenige Menschen Kinder haben<\/em>\u00ab, verdeutlichte Kugler. Des Weiteren f\u00fchrte sie aus: \u00bb<em>Das ist ein Weckruf. Der demografische Wandel ist eine lebensver\u00e4ndernde Realit\u00e4t, die Bewusstsein und Engagement auf breiter gesellschaftlicher Ebene, einen kulturellen Wandel in der Einstellung zur Kindererziehung und strategisches politisches Handeln erfordert.<\/em>\u00ab<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Der vollst\u00e4ndige Bericht, der au\u00dferdem politische Empfehlungen zur Eind\u00e4mmung dieser Risiken durch Wirtschaftsreformen, soziale Anreize und strategische Planung enth\u00e4lt, ist<\/span> <a href=\"https:\/\/www.oscepa.org\/en\/documents\/special-representatives\/demographic-change-and-security\/reports-32\/5170-report-of-special-representative-on-demographic-change-and-security-gudrun-kugler-21-february-2025-1\/file\">hier<\/a> <span style=\"color: #000000;\">verf\u00fcgbar (PDF, 22 Seiten).<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: 8pt; color: #000000;\"><small>\u00a9 \u00c6ON-Z e.V. Thinktank. Alle Rechte vorbehalten, all rights reserved. Nachdruck und Weitergabe an Dritte untersagt.<\/small><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Noch w\u00e4hrend der 1970er Jahre bereiteten sich Zukunftsforscher, Wissenschaftler und politische Entscheidungstr\u00e4ger auf die 15-Milliarden-Gesellschaft vor. Denn nach damaligen Berechnungen sollten sp\u00e4testens um die Jahrtausendwende mindestens 15 Milliarden Menschen auf der Erde hausen. Inzwischen verzeichnen jedoch \u2013 bis auf islamisch dominierte und afrikanische Staaten \u2013 weite Teile der Welt oft dramatische Geburtenr\u00fcckg\u00e4nge. So bezeichnete das&nbsp;&hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":987,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[34,25],"tags":[],"class_list":["post-986","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-demografie","category-soziales"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/aeon-z.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/986","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/aeon-z.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/aeon-z.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/aeon-z.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/aeon-z.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=986"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/aeon-z.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/986\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":988,"href":"https:\/\/aeon-z.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/986\/revisions\/988"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/aeon-z.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/987"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/aeon-z.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=986"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/aeon-z.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=986"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/aeon-z.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=986"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}